Eine Weihnachtsgeschichte




Morgen ist es endlich soweit! Weihnachten
Die Zeit die man mit den Liebsten verbringt - gemeinsam singt und lacht! Ich selbst liebe diese Zeit des Jahres sehr und freue mich immer wieder aufs Neue wie ein kleines Mädchen. Weihnachten bedeutet für mich Familie! 

Zum ersten Mal feiern wir den 24. Dezember mit Baby ^^ mein kleiner Neffe ist gerade 5 Monate alt und schon ein Geschenke auspacker :) Wir haben das im Vorfeld schon zu sehen bekommen, als er meine Geburtstagsgeschenke ausgepackt hat *Lach

Um euch das letzte Mal schlafen gehen ein wenig zu versüßen, habe ich hier eine tolle Weihnachtsgeschichte für euch, ich habe sie aus meinem tollen Weihnachtsbuch. Der Einband alleine hat mich dazu verleitet es zu kaufen, doch der Inhalt steht dem in nichts nach. Tolle Geschichten, Lieder, Rezepte und Illustrationen. Ein wahres Schmuckstück!

Das Buch ist aus dem ars Edition Verlag. Das „Hausbuch zur Weihnachtszeit“ von Anna Cavelius mit Illustrationen von Caroline Ronnefeldt. Die folgende Geschichte die ich euch nun erzählen möchte, stammt von Hermann Löns.

https://www.instagram.com/fantasy_b00ks/



Der allererste Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm herlief, merkte das und schlich hinter seinen Herrn mit eingezogener Rute her. Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Esswaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten.
Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt, was er wohl Neues erfinden könnte, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch die Großen teilnehmen würden. Kostbarkeiten durften es auch nicht sein, denn er hatte soundso viel auszugeben und nicht mehr.

So stapfte er dann auch durch den verschneiten Wald, bis er auf dem Kreuzweg war. Dort wollte er das Christkindchen treffen. Mit dem beriet er sich nämlich immer über die Verteilung der Gaben. Schon von Weitem sah er, dass das Christkindchen da war, denn ein heller Schein war dort.
Das Christkindchen hatte ein langes weißes Pelzkleidchen an und lachte über das ganze Gesicht. Denn um es herum lagen große Bündel Kleeheu und Bohnenstiegen und Espen- und Weidenzweige, und daran taten sich die hungrigen Hirsche und Rehe und Hasen gütlich. Sogar für die Sauen gab es etwas: Kastanien, Eicheln und Rüben.

Der Weihnachtsmann nahm seinen Wolkenschieben ab und bot dem Christkindchen die Tageszeit. „Na Alterchen, wie geht´s?“ fragte das Christkind „Hast wohl schlechte Laune?
Damit hakte es den Alte unter und ging mit ihm. Hinter ihnen trabte der kleine Spitz, aber er sah gar nicht mehr betrübt aus und hielt seinen Schwanz kühn in die Luft.
Ja“ sagte der Weihnachtsmann, „die ganze Sache macht mir so recht keinen Spaß mehr. Liegt es am Alter oder an sonst was, ich weiß es nicht. Das mit den Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen, das ist nichts mehr. Das essen sie auf, und dann ist das Fest vorbei. Man müsste etwas Neues erfinden, etwas, das nicht zum Essen und nicht zum Spielen ist, aber wobei Alt und Jung singt und lacht und fröhlich wird.
Das Christkindchen nickte und machte ein nachdenkliches Gesicht; dann sagte es „Da hast du recht, Alter, mir ist das auch schon aufgefallen. Ich habe daran auch schon gedacht, aber das ist nicht so leicht.
Das ist es ja gerade“ knurrte der Weihnachtsmann, „ich bin zu alt und zu dumm dazu. Ich habe schon richtig Kopfweh vom vielen Nachdenken, und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein. Wenn es so weitergeht, schläft allmählich die ganze Sache ein, und es wir ein Fest wie alle anderen, von dem die Menschen dann weiter nichts haben als Faulenzen, Essen und Trinken.“


Nachdenklich gingen beide durch den weißen Winterwald, der Weihnachtsmann mit brummigen, das Christkind mit nachdenklichem Gesicht. Es war so still im Wald, kein Zweig rührte sich, nur wenn die Eule sich auf einen Ast setzte, fiel ein Stück Schneebehang mit halblautem Ton herab. So kamen die beiden, den Spitz hinter sich, aus dem hohen Holz auf einen alten Kalhschlag, auf dem große und kleine Tannen standen. Das sah wunderschön aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus wie Silber, und die Tannen standen darin, schwarz und weiß, dass es eine Pracht war.
Eine fünf Fuß hohe Tanne, die allein im Vordergrund stand, sah besonders reizend aus. Sie war regelmäßig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an den Zweigspitzen kleine Eiszapfen und glitzerte und flimmerte nur so im Mondschein. 


Das Christkind lies den Arm des Weihnachtsmannes los, stieß den Alten an, zeigte auf die Tanne und sagte: „Ist das nicht wunderschön?
Ja“ sagte der Alte, „aber was hilft mir das?
Gib ein paar Äpfel her“, sagte das Christkind, „ich habe einen Gedanken.“
Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht, denn er konnte es sich nicht recht vorstellen, dass das Christkind bei der Kälte Appetit auf die eiskalten Äpfel hatte. Er hatte zwar noch einen guten alten Schnaps, aber den mochte er dem Christkindchen nicht anbieten. Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Keipe in den Schnee, kramte darin herum und langte ein paar schöne Äpfel heraus. Dann fasste er in die Tasche, holte sein Messer heraus, wetzte es an einem Buchenstamm und reichte es dem Christkindchen.


Sieh, wie schlau du bist“, sagte das Christkindchen. „Nun schneid mal etwas Binfaden in zwei Finger lange Stücke und mach mir kleine Pflöckchen
Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das Christkind ihm sagte. Als er die Binfadenden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm das Christkind einen Apfel, steckte ein Pflöckchen hinein, band den Faden daran und hängte den an einen Ast.
So“ sagte es dann, „nun müssen auch an die anderen welche, und dabei kannst du helfen, aber vorsichtig, dass kein Schnee abfällt!
Der Alte half obgleich er nicht wusste, warum. Aber es machte ihm schließlich Spaß, und als die ganze Tanne voll von rotbäckigen Äpfeln hing, da trat er fünf Schritte  zurück, lachte und sagte „Kiek, wie niedlich das aussieht! Aber was hat das alles für´n Zweck?


Braucht denn gleich alles einen Zweck zu haben?“ lachte das Christkind, „Pass auf, das wird noch schöner. Nun gib mal Nüsse her!
Der Alte krabbelte aus seiner Kiepe Walnüsse heraus und gab sie dann dem Christkindchen.

Das steckte in jedes ein Hölzchen, machte einen Faden daran, rieb immer eine Nuss an der goldenen Oberseite seiner Flügel, dann war die Nuss golden, und die nächste an der silbernen Unterseite seiner Flügel, dann hatte es eine silberne Nuss und hängte sie zwischen die Äpfel.
Was sagst nun, Alterchen?“ fragte  es dann, „Ist das nicht allerliebst?
Ja“, sagte er, „aber ich weiß noch nicht…
Komm schon!“, lachte das Christkindchen. „Hast du Lichter?
Lichter nein“, meinte der Weihnachtsmann, „aber nen Wachsstock!
Das ist fein“ sagte das Christkindchen, nahm den Wachsstock, zerschnitt ihn und drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen Stücke um die Zweigenden, bog sie hübsch gerade und sagte dann: „Feuerzeug hast du doch?


Gewiss“, sagte der Alte, holte Stein, Stahl und Schwammdose heraus, pinkte Feuer aus dem Stein, ließ den Zunder in der Schwammdose zum Glimmen kommen und steckte daran ein paar Schwefelpläne an. Die gab er dem Christkindchen. Das nahm einen hell brennenden Schwefelpan und steckte damit erst das oberste Licht an, damit das nächste davon rechts, dann das gegenüberliegende. Und rund um das Bäumchen gehend, brachte es so ein Licht nach dem anderen zum Brennen.

Da stand nun das Bäumchen im Schnee, aus seinem halb verschneiten, dunklen Gezweig sahen die roten Backen der Äpfel, die Gold- und Silbernüsse blitzten und funkelten, und die gelben Wachskerzen brannten feierlich. Das Christkindchen lachte über das ganze rosige Gesicht und patschte in die Hände, der alte Weihnachtsmann sah gar nicht mehr so brummig aus und der kleine Spitz sprang hin und her und bellte.

Als die Lichter ein wenig heruntergebrannt waren, wehte das Christkindchen mit seinen goldsilbernen Flügeln, und da gingen die Lichter aus. Es sagte dem Weihnachtsmann, er solle das Bäumchen vorsichtig absägen. Das tat der, und dann gingen beide den Berg hinab und nahmen das bunte Bäumchen mit. Als sie in den Ort kamen, schlief schon alles.
Beim kleinsten Haus machten die beiden halt. Das Christkindchen machte leise die Tür auf und trat ein; der Weihnachtsmann ging hinterher. In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten Platte. Den stellten sie auf den Tisch und steckten den Baum hinein. Der Weihnachtsmann legte dann noch allerlei schöne Dinge, Spielzeug, Kuchen, Äpfel und Nüsse unter den Baum, und dann verließen beide das Haus so leise, wie sie es betreten hatten. Als der Mann, dem das Häuschen gehört, am anderen Morgen erwachte und den bunten Baum sah, da staunte er und wusste nicht, was er dazu sagen sollte.


Als er aber an dem Türpfosten, den des Christkinds Flügel gestreift hatte, Gold- und Silberflimmen hängen sah, wusste er Bescheid. Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an und weckte Frau und Kinder. Das war eine Freude in dem kleinen Haus wie an keinem Weihnachtstag. Keines von den Kindern sah nach dem Spielzeug, nach dem Kuchen und den Äpfeln, sie sahen nur alle nach dem Lichterbaum. Sie fassten sich an den Händen, tanzten um den Baum und sangen alle Weihnachtslieder, die sie wussten, und selbst das Kleinste, das noch auf den Armen getragen wurde, krähte, was es krähen konnte. Als es helllichter Tag geworden war, da kamen die Freunde und Verwandten des Bergmanns, sahen sich das Bäumchen an, freuten sich darüber und gingen gleich in den Wald, um sich für ihre Kinder auch ein Weihnachtsbäumchen zu holen. Die anderen Leute, die das sahen, machten es nach, jeder holte sich einen Tannenbaum und putzte ihn an, der eine so, der andere so, aber Lichter, Äpfel und Nüsse hingen sie alle daran.

Als es dann Abend wurde, brannte im ganzen Dorf Haus bei Haus ein Weihnachtsbaum, überall hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder. Von da aus ist der Weihnachtsbaum über ganz Deutschland gewandert und von da an über die ganze Erde.
Weil aber der erste Weihnachtsbaum am Morgen brannte, so wird in manchen Gegenden den Kindern morgens beschert. 


 

Ich wünsche euch und euren Lieben ein besinnliches Weihnachtsfest! 



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1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    ich wünsche allen ein frohes Fest.

    LG...Karin..

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